Vipassana

Begriff

Vipassana-Meditation bedeutet Einsichts- bzw. Achtsamkeitsmeditation

Herkunft

Im buddhistischen Kontext dient die Einsichtsmeditation dem intuitiven, tiefgehenden Verstehen der drei Merkmale aller Dinge: Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Nicht-Selbst (Wesenslosigkeit), um durch diese Einsicht Befreiung (Nirwana) zu erfahren.

Die Vipassana-Praxis ist jedoch an keine Religionszugehörigkeit gebunden und wird auch ohne religiösen Zusammenhang praktiziert, dann eher unter der Bezeichnung „Achtsamkeitsmeditation“.

Prägnantes Beispiel für eine derartige Verselbständigung ist das Stressbehandlungsprogramm MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) nach Jon Kabat-Zinn, das in vielen amerikanischen Kliniken eingesetzt wird und in Deutschland inzwischen von etlichen Krankenkassen anerkannt wird. Das Programm basiert auf der Achtsamkeitsmeditation.

Praxis

Die Praxis der Vipassana-Meditation besteht darin, mit bestimmten Methoden der Beobachtung von Körperempfindungen, Gefühlsreaktionen, Emotionen und Gedanken deren Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Wesenslosigkeit  (bzw. überhaupt deren bewusst zu werden als etwas von mir verschiedenem) in einer ungetrübten, konzeptlosen, begriffslosen, unmittelbaren, durchdringend klaren Sicht zu erfassen, die Dinge also ohne diskursives Denken einfach so zu sehen, wie sie wirklich sind. Das ermöglicht uns, uns mit diesen Dingen (Empfindungen, Gefühlen, Gedanken) nicht zu identifizieren und damit Ängste, Gier, Hass usw. loszulassen und damit von diesen frei zu werden.

Auch die mahayanistischen Meditationstraditionen Zen, Mahamudra und Dzogchen bemühen sich um die Einübung einer nichtbegrifflichen Wahrnehmung der Dinge. Das frühbuddhistische Vipassana verfolgt dieses Ziel jedoch besonders gezielt, ausgeprägt und differenziert, so dass es auch für Anhänger dieser Traditionen eine Bereicherung darstellt.

Wirkung

Die Meditation wirkt stressabbauend und beruhigend, mindert durch die Abstand zu den Gedanken und Emotionen schaffende Wirkung deren Macht, lindert also z.B. Ängste oder Abhängigkeiten, lässt bei längerer Übung auch verdrängte und verborgene Gefühle hochkommen und bewusst werden. Sie entwickelt die Intuition und führt uns tiefer in uns hinein, öffnet uns für in uns liegende, bislang verborgene Bereiche.

Info

Weiterführende Informationen sind unter „Vipassana“ bei Wikipedia zu finden. Die Ausführungen bei Wikipedia sind von beeindruckender Klarheit und Übersichtlichkeit bei gleichzeitiger Ausführlichkeit. Sie enthalten insbesondere auch eine sonst kaum zu findende Übersicht über die verschiedenen Strömungen, Schulen und Lehrer der weltweiten Vipassana-Bewegung. http://de.wikipedia.org/wiki/Vipassana