Shishō

Der japanische Titel „Shishō“ bedeutet wörtlich „Lehrer“ oder „Lehrmeister“.
Die Schulung von Zen-Mönchen beginnt oft in jungen Jahren in einem kleinen, lokalen Tempel unter der Obhut des Tempelpriesters.
Diesen ersten Führer auf dem Weg zur Erleuchtung, der kein Zen-Meister zu sein braucht, und den der Mönch sein Leben lang als eine Art geistigen Mentor betrachtet, bezeichnet man im Zen als „Shishō“; in der Umgangssprache benennt man damit jeden Lehrmeister einer Kunst oder eines Handwerks.

Ist der junge Mönch, der in alter Zeit oft schon als Kind der Obhut eines Shishō anvertraut wurde, nach Meinung des Shishō reif für eine weitergehende Schulung, dann schickt ihn sein Mentor auf die Pilgerschaft zu einem Zen-Kloster.

In der chinesischen wie der japanischen Literatur gibt es bewegende Berichte über die Rückkehr eines Mönchs zu seinem Shishō nach Jahrzehnten der Schulung, wobei der inzwischen vielleicht zu einem Zen-Meister herangereifte Mönch seinem ersten geistigen Lehrer zu dessen großer Freude die Tiefe seiner Verwirklichung des Buddha-Dharma demonstriert.

Quelle: Lexikon der östlichen Weisheitslehren